Burgen und Festungen des Johanniter-Ritterordens auf Rhodos und in der Ägäis (Griechenland 1307-1522)


Michael Losse




Von der mittelalterlichen Burg zur Festung der Frühen Neuzeit

Im Gegensatz zu den gut erforschten Burgen und Wehrbauten des Johanniter-/Malteser-Ritterordens im „Heiligen Land“ (bis 1291) und in Malta (1530-1798) haben die Burgen und Befestigungen der Johanniter auf der Insel Rhódos und den Dodekanes, die von 1307 bis 1522 Zentrum ihres Ordensstaates in der Ägäis waren, wenig Beachtung seitens der Burgenforschung gefunden, obwohl mehrere dieser Bauten zu den interessantesten und burgenkundlich wichtigsten ihrer Art gehören.


Die Johanniter waren ein geistlicher Ritterorden, dessen Wurzeln in die Zeit kurz vor den 1. Kreuzzug nach Jerusalem zurückreichen und dessen Mitglieder aus verschiedenen Regionen Europas kamen. Während der Kreuzzüge gewann der Orden große Erfahrungen im Kampf um Burgen und während seiner Herrschaftszeit über die Dodekanes (1307-1522) kam es zu Kämpfen des Ordens um Befestigungen in Nordafrika und Kleinasien sowie zur Konfrontation mit dem Osmanischen Reich, die in Belagerungen der Stadt Rhódos 1480 und 1522 mündeten. Bereits 1442 war Rhódos von einem ägyptisch-mamlukischen Heer erfolglos belagert worden. Auch Burgen des Ordens waren Ziele türkischer und mamlukischer Angriffe. Dabei wurden die Johanniter mit der modernen Artillerie der türkischen Sultane konfrontiert, das sich im Wehrbau des Ordens niederschlug: Es wurden innovative Wehrelemente entwickelt, die sich teils bald darauf auch in Deutschland und Mitteleuropa nachweisen lassen, d.h. die Wehrbauentwicklung im Ordensstaat lieferte Impulse.

Eine Gesamtdarstellung dieser Epoche europäischer Wehrbaugeschichte (Burgen, Festungen, Wachttürme und befestigte Städte) und ihrer Rezeption ist das Thema dieses Buches.

Über den Autor

Michael Losse, Historiker und Kunsthistoriker, war wissenschaftlicher Mitarbeiter im Deutschen Dokumentationszentrum für Kunstgeschichte, Lehrstuhlvertreter am Lehr- und Forschungsgebiet Baugeschichte/Geschichte des Städtebaues/Denkmalpflege der Universität Kaiserslautern und Vizepräsident der Deutschen Gesellschaft für Festungsforschung. Seit 1999 ist er freier Autor, Dozent (u.a. für die ‚DenkmalAkademie‘ der Deutschen Stiftung Denkmalschutz) und Gutachter. Losse ist Vertreter Deutschlands im EUROPA NOSTRA Scientific Council und Mitglied im Wissenschaftlichen Beirat der Deutschen Burgenvereinigung.