Der Koloss von Rhodos

Archäologie, Herstellung und Rezeptionsgeschichte eines antiken Weltwunders

Ursula Vedder




Genuss, Leidenschaft, Wissenschaft

Die größte Statue der griechischen Antike war mit einer Höhe von 70 Ellen (ca. 30–35 m) der Koloss von Rhodos. Nicht zuletzt deshalb wurde er schon damals zu den Sieben Weltwundern gezählt. Man bewunderte auch seine technisch aufwändige Herstellung aus gegossener Bronze. Reste davon haben sich nicht erhalten.

Als Weihgeschenk hat er von 282–227 v. Chr. im Helios-Heiligtum gestanden, zu dessen Lage es bisher nur Vermutungen gab. Neu ist der Vorschlag, es mit dem großen Heiligtum oberhalb der Stadion-Terrasse auf der Akropolis von Rhodos zu identifizieren, bekannt als „Heiligtum des Apollon Pythios“. Dort existiert eine Ruine, die als Rest von Werkstatt und Basis der Statue in Frage kommt. Danach müssen wir uns den Koloss weithin sichtbar über den Dächern der Stadt vorstellen.

Das Bild vom spreizbeinigen Hafenwächter hat mit der antiken Realität nichts zu tun. Es ist am Ende des 14. Jhs. in Rhodos als Legende entstanden. Erst Künstler des 16. Jhs. haben dieser Darstellungsweise zu ewigem Ruhm verholfen.


Inhaltsverzeichnis

Über den Autor

Ursula Vedder promovierte in Bonn im Fach Klassische Archäologie. In München arbeitete sie für Projekte an der Kommission für Alte Geschichte und Epigraphik des Deutschen Archäologischen Instituts und der Bayerischen Akademie der Wissenschaften. Die Beschäftigung mit dem Koloss von Rhodos ist aus ihrer Tätigkeit in der Erwachsenenbildung hervorgegangen. Das Thema weckte auch ihr Interesse für die moderne Kolossalplastik, darunter speziell die Bavaria vor der Ruhmeshalle in München.

Leseprobe

Pressestimmen

"Die Weltwunder der Antike kommen wieder in Mode. [...] Da trifft es sich gut, dass gerade jetzt eine neue umfassende Studie erschienen ist, die Aussehen und Lokalisierung dieses verschollenen Weltwunders zu rekonstruieren versucht." Berthold Seewald in “WeltN24 GmbH 2015" vom 10.11.2015.