Wissenswege als Kulturbrücken

Wissenschaften im Islam (8. - 16. Jahrhundert)

Mamoun Fansa und Detlev Quintern (Hrsg.)




Weit mehr als 1001 Nächte

In einer Zeit, in der es um Wissenschaft und Kultur in Mitteleuropa nicht zum Besten stand, blühten diese rund um das arabisch-islamisch geprägte Mittelmeer auf. Zwischen dem 8. – 16. Jahrhundert entstanden Zentren der Gelehrsamkeit und des guten Geschmacks in Damaskus, Bagdad, Kairo, Tunis oder Córdoba. Ihre Geschichte und die ihrer Protagonisten werden hier geschildert.


Historiker erzählten keine Geschichten, sondern entwickelten Wege zu gesicherten Erkenntnissen, Soziologen entwarfen Staatstheorien, die noch heute von Aktualität sind, Therapeuten experimentierten mit neuen und – heute würden wir sagen – sanften Heilmethoden. Gesundheit war in den Alltag eingewoben. Musik entsprach nicht nur ästhetischem Hörempfinden, sondern wurde auch in der Therapie angewandt. Kunst wirkte beruhigend. Denn Spiritualität wurde nicht als Gegensatz zu Wissenschaftlichkeit verstanden.

Die Geschichte der Geistes- und Kulturwissenschaften, die noch nicht eindeutig von den Naturwissenschaften getrennt waren, ist ohne Kenntnis der Werke eines al-Tabaris, al-Farabis, Ibn Sinas oder Ibn Khalduns unvollständig. Albrecht Dürer waren die großen Leistungen arabischer Wissenschaftler noch gegenwärtig. Erst in den folgenden Jahrhunderten gingen sie dem europäischen Geschichtsdenken weitestgehend verloren.

Auf dem Boden griechischer, indischer, persischer und syrischer Quellen bewahrten die arabisch-islamischen Kulturwissenschaften nicht nur das Wissen der Antike, sondern leisteten einen unschätzbaren Beitrag zum universellen Erkenntnisfortschritt. Diese Zusammenhänge in einem Disziplinen übergreifenden Sinne nachzuvollziehen und für eine interessierte Leserschaft aufzubereiten, ist Anliegen dieses Buches.


Inhaltsverzeichnis

Über den Autor

Mamoun Fansa, von 1994–2011 Leitender Museumsdirektor des Landesmuseums Natur und Mensch in Oldenburg, initiierte zahlreiche Ausstellungen zur Geschichte der Beziehungen zwischen Orient und Okzident. Seit 2016 ist er Mitglied des Deutschen Archäologischen Instituts und dem Archaeological Heritage Network des Auswärtigen Amtes. Detlev Quintern, Direktor für Lehre und Entwicklung an der Prof. Dr. Sezgin Forschungsstiftung für die Geschichte der Wissenschaften im Islam in Istanbul, lehrt außerdem an den Universitäten in Istanbul und Bremen. Darüber hinaus kuratiert er wissenschafts- und kulturhistorische Ausstellungen.

Leseprobe

Pressestimmen

"Des Buch is übersichtlich und handlich aufgmacht und schee bebildert – und guat zu lesen!" (Markus Tremmel, BR Heimat, 13.11.2017)