Ida Hahn-Hahn, „…ich hätte große Lust mit Ihnen zu zanken …“.

Mainzer Briefe an Christoph Moufang

Helmut Hinkel (Hrsg.)




… in unserm armen, zerrissenen, confusen windschiefen Deutschland …

Ida Gräfin Hahn-Hahn (1805–1880) war eine der erfolgreichsten deutschen Schriftstellerinnen des 19. Jahrhunderts. Sie schrieb leicht skandalöse, emanzipatorische, die freie Liebe propagierende Romane aus der Adelswelt, darunter als bedeutendsten einen weiblichen „Faust-Roman" mit dem Titel „Faustine". 1850 konvertierte sie bei dem berühmten Mainzer Sozialbischof Wilhelm Emmanuel von Ketteler zum Katholizismus. Sie folgte ihm nach Mainz, gründete dort ein Kloster zur Betreuung von Mädchen in Not, in dem sie wohnte, ohne in den Orden einzutreten. Bald nahm sie ihre Schriftstellerei wieder auf mit viel gelesenen Frauenromanen katholisierender Tendenz, die aber von der liberalen Kritik bis heute totgeschwiegen werden.

Die hier zum ersten Mal edierten Briefe schrieb sie in der Zeit von 1864 bis 1879 an den Mainzer Regens und Domkapitular Christoph Moufang (1817-1890), die letzten schon fast erblindet. In diesen nicht zur Veröffentlichung bestimmten Schreiben gibt sich die Autorin selbstbewusst, ironisch, kämpferisch, auch was ihre literarische Produktion betrifft, eigenwillig, selbstbestimmt, auch in finanziellen Fragen, und sie sind von erfrischender, literarischer Spontanität und Qualität.

Die Mainzer Briefe stellen eine wertvolle Ergänzung der Werke der Gräfin dar und vermitteln neben ihrer literar-historischen Bedeutung neue Einblicke in die „katholische" Zeit dieser kritischen und emanzipierten Frau.



Inhaltsverzeichnis

Über den Autor

Der Herausgeber

Helmut Hinkel studierte Philosophie und Theologie in Mainz. 1975 wurde er zum Dr. theol. im Fach Kirchengeschichte promoviert. Hinkels Priesterweihe fand im Jahr 1979 statt. Nach seiner Tätigkeit im Schul- und Pfarrdienst ist er seit 1999 Direktor der Martinus-Bibliothek – Wissenschaftliche Diözesanbibliothek in Mainz. Die hier edierten Briefe werden im Dom- und Diözesanarchiv aufbewahrt.

Leseprobe

Pressestimmen

"Der Leser, dem die Lektüre der Briefe nur empfohlen werden kann, erhält nicht nur neue und überraschende Einblicke in Leben und Denken einer bedeutenden Frau [...] , sondern auch in den literarischen Rang der wiederholt auch als exzentrisch, selbstverliebt oder überspannt gesehenen Ida Gräfin Hahn-Hahn." Der Niederrhein; Ausgabe 2 / April 2015