Die Keramik der Moche-Kultur in den Sammlungen des Lippischen Landesmuseums


Victòria Solanilla Demestre




Bevor die spanischen Konquistadoren kamen

Vor der spanischen Eroberung im 16. Jahrhundert blühten entlang der Westküste Südamerikas zahlreiche indigene Hochkulturen. Zu ihnen gehörte die Moche-Kultur an der Nordküste des heutigen Peru, die um 100 v. Chr. begann und etwa um 750-800 n. Chr. endete. Was die Bilder ihrer reichen Keramik über diese Kultur aussagen, fasst dieses Buch zusammen.


Obwohl die Zone zwischen Anden und Pazifik durch die eher lebensfeindliche Wüste gekennzeichnet ist, siedelten die Menschen der Moche-Kultur in den Flusstälern, die verschiedentlich die Wüste durchschnitten und in den fischreichen Ozean mündeten. Durch ein ausgeklügeltes Bewässerungssystem verschaffte man sich hervorragende wirtschaftliche Grundlagen für ein differenziertes Gesellschaftssystem.

Zu den bemerkenswerten Erzeugnissen der Moche-Kultur gehören ihre ausdrucksstarken, oftmals figürlich gestalteten und farbenfrohen Keramikgefäße. Diese erregten schon im 19. Jahrhundert die Aufmerksamkeit südamerikanischer wie europäischer Sammler, darunter auch der deutsche Augenarzt Eduard Gaffron, der ab 1892 in Lima praktizierte. Er trug eine umfangreiche Sammlung präkolumbianischer Objekte zusammen, die es wegen ihrer Qualität an der Wende zum 20. Jahrhundert zu großer Bekanntheit brachte und die eine wichtige Rolle bei der frühen Erforschung der südamerikanischen Kulturen spielte.

Die Sammlung Gaffrons wurde später auf verschiedene Museen Europas und Amerikas verteilt. Ein Teil gelangte ins Lippische Landesmuseum in Detmold. Mit der vorliegenden Publikation werden die Keramikgefäße der Moche-Kultur zum ersten Mal vollständig publiziert und einer interessierten Öffentlichkeit sowie weiteren wissenschaftlichen Forschung zur Verfügung gestellt.


Über den Autor

Victòria Solanilla Demestre ist Professorin für Alte Geschichte und Archäologie (präkolumbianische Kulturen) an der Autonomen Universität Barcelona.