Warmaisa - Klein-Jerusalem am Rhein

Zeugnisse jüdischen Lebens in Worms

Hans Berkessel (Hrsg.) in Verbindung mit dem Stadtarchiv Worms, mit einer historischen Einführung von Gerold Bönnen




Der jüdische Gelehrte Raschi in Worms

Mit seinen zahlreichen bedeutenden baulichen Zeugnissen, wie z.B. dem jüdischen Friedhof „Heiliger Sand“ (der älteste jüdische Friedhof Europas), der Trauerhalle im Jugendstil, dem jüdischen Viertel mit Synagoge, Mikwe (Ritualbad) und dem Jüdischen Museum (Raschi-Haus) an historischer Stätte, stellt Worms einen herausragenden Erinnerungsort jüdischen Lebens aus zehn Jahrhunderten dar.


In kaum einer anderen europäischen Stadt findet sich eine solche Dichte an Hinterlassenschaften jüdischer Geschichte und Tradition wie in „Warmaisa“, so der hebräische Name der Stadt Worms, einst auch „Klein-Jerusalem“ genannt. Die historische Bedeutung jüdischen Lebens am Rhein für das Europa des Mittelalters und der Neuzeit findet ihren Ausdruck nicht zuletzt in dem Antrag der drei Städte Speyer, Mainz und Worms auf Anerkennung als UNESCO-Weltkulturerbe.

Die Bild- und Schriftzeugnisse reichen von der erstmaligen Erwähnung jüdischer Ansiedlung im 9. Jahrhundert bis zum Umgang mit der jüdischen Geschichte in der Nachkriegszeit. Die Quellen berichten von der kulturellen Blüte des Judentums und gelungener Integration und Akkulturation, ebenso wie von den Erfahrungen von Leid, Verfolgung und Vernichtung. Diese Bandbreite der Quellen beleuchtet den Facettenreichtum der jüdischen Geschichte in und um Worms und zeigt den herausragenden Stellenwert jüdischer Kultur für die gesellschaftliche, wirtschaftliche und kulturelle Entwicklung der Stadt. Ergänzt mit über 100 Abbildungen spricht der Band nicht nur die interessierte Leserschaft an, sondern eignet sich didaktisch aufbereitet hervorragend für den Schulunterricht.


Über den Autor

Die Herausgeber und Bearbeiter*innen:

Der Historiker Hans Berkessel ist Mitarbeiter am Institut für Geschichtliche Landeskunde an der Universität Mainz. Er ist ebenfalls Autor von "Leuchte des Exils. Zeugnisse jüdischen Lebens in Mainz und Bingen." 2016 wurde er mit dem Bundesverdienstkreuz ausgezeichnet.

Gerold Bönnen, leitet das Stadtarchiv und das jüdische Museum in Worms; er ist Honorarprofessor für mittelalterliche Geschichte an der Universität Heidelberg. Bönnen ist u. a. Mitglied der Hessischen Historischen Kommission und der Kommission für die Geschichte der Juden in Hessen und Leiter der AG der Kommunalarchive in Rheinland-Pfalz und dem Saarland. Roland Graser, Susanne Heiland, Hans-Georg Herrnleben, Sabine Julier, Ilona Simons, Martin Stettner sind Lehrer*innen in Worms und Bearbeiter*innen der Quellen und Arbeitsmaterialien des Bandes.