Vorweihnachtliche Stimmung in der Hansestadt Lübeck bei der Buchvorstellung von “Der Bardewiksche Codex des Lübischen Rechts von 1294”

Die Hansestadt Lübeck besaß bis 1945 eine für Nordeuropa herausragende mittelniederdeutsche Handschrift des Lübischen Rechts, den sogenannten Bardewikschen Codex aus dem Jahr 1294. Dieser nach seinem Auftraggeber, dem Lübecker Kaufmann und Bürgermeister Albrecht von Bardewik (ca. 1250-1310) benannte Codex galt nach seiner Auslagerung im Zweiten Weltkrieg als verschollen. Vor kurzem wurde er in einer Kleinstadt in Russland aufgefunden. Diese prachtvolle mittelalterliche Handschrift wurde nun von einem internationalen Expert*innen-Team in insgesamt drei Bänden herausgebracht.

“Der Bardewiksche Codex des Lübischen Rechts von 1294 – Band 1: Faksimile und Erläuterungen” und “Band 2: Edition, Textanalyse, Entstehung und Hintergründe” wurden am 2. Dezember in Lübeck vorgestellt. Bei der sehr gut besuchten Pressekonferenz in der “Gesellschaft für Gemeinnützige Tätigkeit” waren die Senatorin für Kultur und Bildung der Hansestadt Lübeck, Monika Frank, der Vorsitzende des Vereins für Lübeckische Geschichte und Altertumskunde, Jan Lokers, und der Mitherausgeber Professor Dr. jur. Albrecht Cordes, von der Goethe-Universität Frankfurt a.M. anwesend, um die beiden Bände der Öffentlichkeit zu präsentieren.

Besonders erfreut uns im Nachgang der Vorstellung ein Beitrag des NDRs vom 3. Dezember, in dem der Codex und das bei uns erschienene Faksimile durch seinen Mitherausgeber Jan Lokers erläutert wird. Der Beitrag gibt erste Einblicke in die Handels- und Stadtgeschichte Lübecks und macht neugierig, selbst in dem Faksimile zu blättern und die tiefergehenden Erklärungen in Band 2 zu lesen. Neben diesem Beitrag sind wir auch begeistert über einen Artikel von Peter Intelmann, veröffentlicht in den Lübecker Nachrichten vom 3. Dezember 2021:

“Es sei ‘eindeutig das schönste’ der etwa 40 Bücher, an denen er mitgewirkt habe, sagte Cordes […] Der Blick auf den Codex erlaube eine direkte Nähe zu den Menschen, ihrem Alltag und ihrem Leben im Lübeck des 13. Jahrhunderts […], [das] sich damals auf dem Höhepunkt [seiner] Macht befand. Über das lübische Recht sei ein Netzwerk an Städten entstanden, verbunden durch ein Regelwerk, das uns heute in manchem sehr fremd vorkommt, das aber bisweilen auch sehr modern war.”

Peter Intelmann: Ein Schatz aus Lübeck. In: Lübecker Nachrichten, 03.12.2021, S. 25.

Den Besuch in Lübeck abgerundet haben nach der tollen Buchvorstellung die faszinierenden Schaufenster von Niederegger mit ihren Marzipanfiguren und die bezaubernden Gassen der historischen Altstadt.

©Nünnerich-Asmus Verlag

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