Gemeinsame Buchvorstellung mit Schülern des Gymnasiums Nackenheim, die in einer szenischen Lesung die Briefe der Familie Wolff vorstellten

Trotz eines der heißesten Tages des Jahres fanden sich am 19. Juli zahlreiche Besucher in der Carl-Zuckmayer-Halle in Nackenheim ein, um dort mehr über die Briefe der Familie Wolff aus Nackenheim zu erfahren. Nachdem das Buch “Schreie auf Papier. Die Briefe von Heinrich und Selma Wolff aus Mainz an ihre Söhne Herbert und Helmut in New York 1937-1941” schon zuvor in Mainz vorgestellt wurde, fand die Veranstaltung diesmal in dem Ort statt, in dem die Familie vor der Verfolgung durch die Nationalsozialisten gelebt hat.

Neben René Adler, dem Bürgermeister der Gemeinde Nackenheim, waren Dorothea Schäfer, Landrätin des Kreises Mainz-Bingen und Dr. Robert Scheuer, Bürgermeister der Verbandsgemeinde Bodenheim, vertreten. Henrik Drechsler vom Institut für Geschichtliche Landeskunde Rheinland-Pfalz e. V. übernahm nach Begrüßung und Grußworten die historische Einführung. Besonders wurde die Buchvorstellung durch die szenische Lesung der Schüler*innen, die diese gemeinsam mit ihren Lehrerinnen Katharina Kaiser und Carina Kesser vorbereitet hatten. Neben ausgewählten Briefen wurden auch Passagen aus dem Vorwort Raymond Wolffs präsentiert, die das Leben der Familie Wolff den Zuschauern näher gebracht haben. Das anschließende rege Gespräch mit dem Publikum verdeutlichte erneut die Wichtigkeit solcher Bücher, die Originaldokumente dem Leser verfügbar machen. Während Zeitzeugen, die von ihren Erlebnissen berichten können, immer weniger werden, halten Briefe wie diese die Erinnerung wach.

Die Schüler*innen haben sich zuvor im Rahmen eines Projekt ausführlich mit dem jüdischen Leben in Nackenheim beschäftigt und hierzu auch eine Website erstellt, die die Geschichten öffentlich zugänglich macht. Dort heißt es über das Projekt:

“Wir möchten die Ergebnisse unserer Auseinandersetzung mit der NS-Geschichte vor Ort öffentlich zugänglich machen und somit das Fundament für eine aktive Erinnerung an die Geschichte des Nationalsozialismus in Nackenheim schaffen.

Wir zeigen Quellen und Kontexte auf. Wir stellen Fragen, eröffnen Blickwinkel und möchten zum kritischen Weiterdenken anregen. Wir vermeiden dabei bewusst, sprachliche und bildliche Antisemitismen zu reproduzieren. Entsprechende Tilgungen in Texten und Dokumenten haben wir kenntlich gemacht.”

Nackenheim im Nationalsozialismus

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